Ein kurzes Interview mit der Autorin:
Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Schon in sehr jungen Jahren – etwa mit 13 – begann ich, meine Gefühle und Emotionen wie Enttäuschung, Freude oder Wut in literarischer Form auszudrücken. Besonders Gedichte und literarische Texte haben mich früh fasziniert. Einen großen Einfluss hatte mein Großvater, der Lehrer war und über eine umfangreiche Büchersammlung verfügte. Während meiner Kindheit, die ich größtenteils bei meinen Großeltern verbrachte, las er mir häufig aus verschiedenen Büchern vor – darunter Geschichten, Gedichte und philosophische Texte. Diese frühen Erfahrungen haben mein Interesse an Literatur nachhaltig geprägt und mich schließlich auch dazu bewegt, persische Literatur zu studieren und mich akademisch mit ihr auseinanderzusetzen.
Ist dies Ihre erste Veröffentlichung?
Ja, mein Gedichtband ist meine erste Veröffentlichung.
Schreiben Sie schon länger?
Die Gedichte in meinem ersten Gedichtband sind in unterschiedlichen Lebensphasen entstanden – einige während meiner Zeit im Iran, andere später in Deutschland. Ursprünglich habe ich ausschließlich auf Persisch geschrieben. Erst in Deutschland entschied ich mich, meine Gedichte auch ins Deutsche zu übertragen beziehungsweise neu zu formulieren. Als ich diese zweisprachigen Texte in meinem Freundeskreis vortrug und sehr positives Feedback erhielt, wuchs in mir der Wunsch, daraus ein Buch zu machen. So entstand die Idee, meinen Gedichtband zweisprachig – Persisch und Deutsch – zu veröffentlichen.
Was waren Ihre Beweggründe, dieses Buch zu schreiben?
Die Inspiration entstand aus meiner eigenen Lebensgeschichte und meinen Erfahrungen zwischen zwei Kulturen und Sprachen. Der Wunsch, meine Gedanken und Gefühle sowohl auf Persisch als auch auf Deutsch auszudrücken, war ein zentraler Impuls für die Entstehung des Buches.
Haben Sie bereits ein neues Buch in Planung?
Ja, ich arbeite bereits an einem weiteren Buch. Es handelt sich um ein autobiografisches Werk, das meine Lebensgeschichte bis zu meinem 31. Lebensjahr im Iran erzählt. Das Manuskript ist bereits fertiggestellt, jedoch noch nicht veröffentlicht.
Können Sie schon etwas darüber verraten?
Das Buch geht über eine klassische Autobiografie hinaus. Es verbindet erzählerische Elemente mit Monologen und Dialogen und enthält auch Gedichte. Inhaltlich setzt es sich intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander, insbesondere mit dem iranischen Regime, dem Bildungssystem und der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Ein zentraler Aspekt ist die Unterdrückung von Frauen, die ich auch persönlich erlebt habe. Ergänzt wird das Buch durch Bilder aus meiner Kindheit und Jugend, wodurch eine vielschichtige und sehr persönliche Darstellung entsteht.
Wo schreiben Sie am liebsten?
Ich bin beim Schreiben nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Ich schreibe dort, wo mich meine Gedanken und Emotionen erreichen – unabhängig davon, ob ich zu Hause bin, unterwegs oder sogar im Bett liege. In solchen Momenten ist es mir wichtig, meine Gefühle sofort festzuhalten. Deshalb habe ich fast immer mein Tagebuch dabei, um meine Gedanken direkt in Worte zu fassen.
Haben Sie bestimmte Schreibrituale?
Ein festes Schreibritual im klassischen Sinne habe ich nicht. Stilistisch schreibe ich überwiegend in freien Versen, gelegentlich aber auch in gereimter Form. In meinen Texten verwende ich häufig persische Metaphern. Mein Schreibstil ist stark durch mein Studium der persischen Literatur geprägt, in dem ich mich intensiv mit bedeutenden Dichtern und Dichterinnen wie Hafez, Saadi, Rodaki, Nima Yooshij, und Forough Farrokhzad usw. auseinandergesetzt habe. Sowohl klassische als auch moderne Literatur haben meinen Stil beeinflusst.
Was lesen Sie selbst gerne für Bücher?
Ich lese sehr gerne und vielseitig. Besonders interessieren mich politische Literatur, Romane, Gedichte sowie historische Werke.
Haben Sie manchmal Schreibblockaden? Was tun Sie, um diese zu lösen?
Ja, Schreibblockaden gehören für mich zum kreativen Prozess dazu. Manchmal bleiben Texte oder Gedichte unvollendet. In solchen Fällen lasse ich sie zunächst ruhen und kehre später – nach einigen Tagen oder sogar Wochen – zu ihnen zurück. Oft gelingt es mir dann, den Text mit etwas Abstand zu vollenden.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport, gehe spazieren und treffe mich mit Freundinnen. Außerdem koche ich gerne, höre Musik und nehme mir bewusst Zeit zur Entspannung.
Dieses Interview darf unter Angabe der Quelle (Karin Fischer Verlag 2026) verwendet werden.

