Eder, Kurt


Ein kurzes Interview mit dem Autor:

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Aufgewachsen als Kind einer aus dem Sudetenland stammenden Aussiedlerfamilie war mein Deutsch nicht nur vom Dialekt, sondern auch vom Wortschatz und der Grammatik her unsagbar schlecht. (Meine entsetzte Religionslehrerin: Wo hast du nur dieses schreckliche Deutsch gelernt!) Richtiges und gutes Deutsch musste ich erst erlernen. In der Schule hatte ich eine sehr gute Deutschlehrerin, ihr habe ich auch das frühe Interesse an Literatur zu verdanken. Während der Schulzeit entstanden erste Reimereien.

Ist dies Ihre erste Veröffentlichung?
Während eines Fernstudiums am Literaturinstitut in Leipzig wurde mir klar, dass ich für Lyrik kein Talent habe, und ich begann Prosa zu schreiben. Ich beteiligte ich mich mit einer Erzählung am brandenburgischen Literaturwettbewerb, für die ich den 1. Preis bekam und die in der Anthologie »Stimmen aus Brandenburg« veröffentlicht wurde.

Schreiben Sie schon länger?
Das Studium der deutschen Sprache und Literatur war eine logische Folge. Während der Studienzeit veröffentlichte ich in einer Jugendzeitung zum ersten Mal ein Gedicht – ein artig gebasteltes Sonett. Danach folgten hin und wieder Gedichtveröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen. Der Gipfel war wieder ein nur handwerklich halbwegs gut gemachter Sonettenkranz, der aber mit mir selbst nichts zu tun hatte, für den ich jedoch anlässlich eines Wettbewerbs einen ersten Preis erhielt.

Was waren Ihre Beweggründe, dieses Buch zu schreiben?
Mit zunehmendem Alter wandte ich mich wieder mehr der Lyrik zu. Dabei spielen im Gegensatz zu früheren Texten vor allem eigene Empfindungen eine große Rolle. Die Gedichte sind sozusagen ich. Ich setze mich nicht an den Schreibtisch mit dem Vorsatz: Jetzt will ich ein Gedicht schreiben. Oft ist es nur eine bildhafte Wendung, eine Zeile oder gar nur eine Wortgruppe, die mich quasi überfällt, die ich mir dann notiere und die im Laufe des Tages oder mehrerer Tage dann zu einem Text werden, der durch Arbeit an der Wortwahl, am Rhythmus, an der Wortfolge usw. seine endgültige Fassung erhält.

Gab es einen Antrieb aus dem Familien- oder Freundeskreis, das Buch zu veröffentlichen?
Mein Lyrikbändchen »Sorgsam hüte ich die Zeit« habe ich auf Anraten meiner Frau und eines Freundes veröffentlicht.

Was lesen Sie selbst gerne für Bücher?
Natürlich lese ich gern in meiner Freizeit. Dabei habe ich mehrere Lieblingsautoren, z. B. Siegried Lenz, Ian McEwan, Haruki Murakami…

Welches Buch liegt aktuell auf Ihrem Nachttisch?
Zurzeit lese ich »Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt« von Bodo Kirchhoff.

Dieses Interview darf unter Angabe der Quelle (Karin Fischer Verlag 2026) verwendet werden.

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