1.) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Mit Mitte dreißig habe ich angefangen, mich selbst zu hinterfragen. Ich habe Seminare zur Selbstentwicklung besucht und Bücher verschlungen, von jedem, der etwas über Selbstwahrnehmung und persönliche Entwicklung zu sagen hatte, ganz gleich, ob aus der Businesswelt, der Psychologie, der Neurobiologie oder der spirituellen Ecke. Irgendwann wollte ich all diese Gedanken nicht nur sammeln, sondern in eine Geschichte verwandeln. So entstand nach und nach die Idee zu meinem ersten Roman.
2.) und 3.) Ist dies Ihre erste Veröffentlichung? Schreiben Sie schon länger?
Durch wissenschaftliche Publikationen und meine Doktorarbeit bin ich mit dem Schreiben vertraut. Ein Roman ist jedoch etwas ganz anderes: Hier konnte ich Fragen, die mich persönlich bewegen, in eine Geschichte einfließen lassen. »Die Rolle des Lebens – Wer bin ich, wenn ich mich lasse?« ist mein erster Roman und deshalb ein besonderer Schritt für mich.
4.) Was waren Ihre Beweggründe, dieses Buch zu schreiben?
Mich beschäftigt die Frage, wer wir eigentlich sind, wenn wir die Rollen loslassen, die wir im Alltag einnehmen. Wie viel von dem, was wir für unser Selbst halten, ist wirklich unser eigenes Wesen, und wie viel ist geprägt von Erwartungen und Erfahrungen? Dazu kommt: Wir vergleichen uns ständig mit anderen und messen uns an Maßstäben, die oft gar nicht zu uns passen. Ich wollte zeigen, dass jeder Mensch etwas Eigenes in sich trägt. Der Roman soll dabei nicht belehren, sondern zum Wiedererkennen einladen.
6.) Woher kam die Idee/die Inspiration zu Ihrem Buch?
Vor einigen Jahren bin ich auf das Modell der sieben Rollen von Varda Hasselmann und Frank Schmolke gestoßen. Ich fand die Vorstellung wunderschön, dass in jedem von uns etwas angelegt ist, das tiefer reicht als Erziehung oder Genetik und das wir nicht einfach ändern können. Ein Roman schien mir dafür ideal. Mir war wichtig, dass meine Hauptfigur kein Sinnsuchender ist, sondern ein bodenständiger Mensch, der diesen Gedanken erst einmal skeptisch begegnet. So können auch Leserinnen und Leser einsteigen, die mit solchen Modellen bisher wenig anfangen konnten.
7.) und 8.) Haben Sie bereits ein neues Buch in Planung?
Ja, die Ideen gehen mir nicht aus. Gerade arbeite ich an einem Sachbuch und an einem Kinderbuch. Mehr möchte ich noch nicht verraten, nur so viel: In beiden geht es wieder darum, wie Menschen funktionieren, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel.
9.) Wo schreiben Sie am liebsten?
Ganz klassisch am Schreibtisch, denn ich brauche Ruhe um mich herum. Die Ideen, die mir tagsüber kommen, notiere ich aber dort, wo sie mich erwischen.
10.) Haben Sie bestimmte Schreibrituale?
Ehrlich gesagt konnte ich mir Rituale lange gar nicht leisten. Viele Kapitel sind entstanden, als mein Sohn gerade etwas über ein Jahr alt war. Jede Minute, in der ich kurz Luft hatte, bin ich schnell zum Schreibtisch geeilt und habe ein paar Sätze geschrieben. Wenn ich es mir aussuchen kann, schreibe ich am liebsten nachts, wenn die Welt ruhiger wird und die Geräusche des Tages verschwinden.
11.) Was lesen Sie selbst gerne?
Vor allem Sachbücher, die neue Denkanstöße geben und dazu einladen, die Welt und sich selbst aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Aber auch kurze Romane, die mich ins Grübeln bringen, schätze ich sehr. Am liebsten sind mir Bücher, die noch nachwirken, wenn ich sie längst zugeklappt habe.
13.) Welches Buch liegt aktuell auf Ihrem Nachttisch?
Bei mir liegt es eher im Auto, denn ich höre viele Bücher als Hörbuch beim Fahren. Momentan ist es ein Erziehungsratgeber von Jesper Juul.
15.) Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Im Moment gehört meine Freizeit vor allem meinem Sohn, und das genieße ich sehr. Früher war ich viel wandern. Im gleichmäßigen Rhythmus des Gehens kann man herrlich nachdenken, viele Ideen sind mir genau so gekommen.
