Ein kurzes Interview mit der Autorin:
Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Der Deutschunterricht in der Schule hat mir vor Augen geführt, was man mit Worten erschaffen kann und ich hatte schon immer das Bedürfnis, meiner Bewunderung für die Schönheit dieser Welt ein Denkmal zu setzen, um sie mit anderen Menschen teilen zu können. Ich habe in meiner frühen Jugend mit ziemlich vielen Kunstformen experimentiert und festgestellt, dass mir dieses Vorhaben in der Poesie meist am besten gelingt.
Ist dies Ihre erste Veröffentlichung?
Ich habe vor vielen Jahren mal ein Gedicht in einer Lokalzeitung veröffentlicht und etwas später mit »Das einmalige Pilzgericht«, einem Werk, das die Essgewohnheiten meines Großvaters dichterisch auf die Schippe nimmt, den 4. Platz in einem Wettbewerb gewonnen, dessen Teilnehmerbeiträge in einem gemeinsamen Buch veröffentlicht wurden.
Schreiben Sie schon länger?
Ich schreibe, seit ich 11 oder 12 bin, aber das meiste davon ist nicht für eine Veröffentlichung geeignet. Darunter sind über 70 Tagebücher und einige kleine Poesiebände, die ich für meine Familie habe drucken lassen.
Was waren Ihre Beweggründe, dieses Buch zu schreiben?
Ich habe dieses Buch nicht als ein Buch geschrieben, sondern als einzelne Gedichte. Der Beweggrund, sie zusammenzufassen und zu veröffentlichen, war der Wunsch, der Menschheit ein kleines Geschenk zu hinterlassen.
Gab es einen Antrieb aus dem Familien- oder Freundeskreis, das Buch zu veröffentlichen?
Meine Familie liegt mir mittlerweile mein halbes Leben damit in den Ohren, dass ich meine Gedichte veröffentlichen soll. Also ja, die Veröffentlichung von »Urgewalten« ist durchaus auch durch die Unterstützung meiner Mitmenschen motiviert.
Woher kam die Idee/die Inspiration zu Ihrem Buch?
Die vier Themengebiete, die ich in meinem Werk aufgreife, faszinieren mich schon seit langem so sehr, dass ich immer wieder zu ihnen zurückkehre. Die Zeit, das Meer, der Herbst und die Liebe sind mir mal Gegner und mal Tanzpartner im Ballsaal der Poesie.
Haben Sie bereits ein neues Buch in Planung?
Ich hätte noch genug Werke für einen Band Weihnachtsgedichte oder eine kleine Sammlung amüsanter Balladen auf Vorrat – und dieser Vorrat wächst langsam, aber stetig und bringt von Zeit zu Zeit auch neue, kuriose Blüten zustande.
Wo schreiben Sie am liebsten?
Ich schreibe am liebsten im Café, aber das ist ein Luxus, den ich mir im Moment nur selten leiste. Viele meiner Gedichte sind auch auf Zugfahren entstanden, auf Bäumen in Parks, in meinem heimatlichen Lieblingssessel oder – im Falle der älteren Werke – in den Pausenräumen meiner Schule.
Haben Sie bestimmte Schreibrituale?
Nein. Ich schreibe bevorzugt auf Papier und mit Füller oder Feder, aber es sind auch schon Gedichte auf Servietten oder in der Notiz-App meines Smartphones entstanden. Ich bin da nicht allzu wählerisch.
Was lesen Sie selbst gerne für Bücher?
Die Spannweite ist recht groß, da ich einerseits gerne Bücher lese, deren Lektüre ein wenig anstrengend ist, und andererseits gerne Bücher lese, von denen ich einfach mitgerissen werde. Ich habe sehr lange gebraucht, um »Den Zauberberg« von Thomas Mann und sämtliche Gedichte von Rainer Maria Rilke zu lesen, aber dafür haben diese Bücher einen dauerhaften Platz in meinem Herzen. Ich habe innerhalb einiger Wochen so manche Reihe an Fantasy-Büchern verschlungen und genossen, an die ich mich ein Jahr später dann kaum noch erinnern kann. Bücher erfüllen in meinem Leben ganz unterschiedliche Funktionen, manche sind ein bisschen wie hartes Brot und manche ein bisschen wie Zuckerwatte, und ich liebe beides.
Was ist Ihr Lieblingsbuch?
Mein Lieblingsbuch ist »Die Unendliche Geschichte« vom Michael Ende.
Welches Buch liegt aktuell auf Ihrem Nachttisch?
Zwölf Bände von Goethe in Frakturschrift, vor denen ich mich seit Monaten drücke, ein halbgelesenes Buch über Zimmerpflanzen und ein halbgelesenes, sehr hübsch illustriertes Buch über Katzen und Meditation fristen auf meinem »Noch-zu-lesen-Stapel« eine friedliche Koexistenz.
Haben Sie manchmal Schreibblockaden? Was tun Sie, um diese zu lösen?
Wenn in meinem Leben so viel passiert und die Arbeit so zeitfordernd ist, dass ich mich abends einfach nur noch vor dem Fernseher totstellen möchte, schreibe ich meist sehr wenig. Dann warte ich auf den nächsten Urlaub oder irgendetwas, das mich aus meiner Lethargie reißt, und bisher konnte das die Poesie in mir immer wieder zum Leben erwecken.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Ich gehe gerne spazieren, ich treffe mich gerne mit Freundinnen und der Familie und ab und zu spiele ich Schach, male oder musiziere.
Dieses Interview darf unter Angabe der Quelle (Karin Fischer Verlag 2025) verwendet werden.
